Adolf Hitler - Mein Kampf
Adolf Hitler - Mein Kampf
" Ich bin der Meinung, daß uns eine Betrachtung des weltenbewegenden Lebens Hitlers geradezu das Jahr 1924 als einen der entscheidendsten Wendepunkte vermerken läßt. Nicht nur deshalb, weil Hitler hinter den Gefängnismauern in seinem dort durchaus bürgerlich ausgestatteten Wohn- und Schlafraum sein Buch "Mein Kampf" geschrieben hat, das er seinem Mitgefangenen Rudolf Heß diktierte, und das von diesem auf der Maschine getippt wurde. Dieses Buch sollte sich für Hitler selbst zu einer dauernden peinlichen Belastung entwickeln. Wiederholt sagte er, auch mir, daß solche wirklichkeitsfremde Offenheit für einen Mann des Staates etwas Bedenkliches hätte, aber damals in der Gefangenschaft hätte er sich alles von seiner Seele schreiben müssen, was ihn bewegte. Das Buch ist tatsächlich kein sprachliches Meisterwerk, aber inhaltlich eines der kühnsten und doch nüchternsten Bücher, die seit Machiavelli auf politischem Gebiet erschienen sind. Wenn Hitler sich für sein Leben nur mit der Herausgabe dieses Werkes begnügt hätte, würde es ein literarisches Kuriosum sein. Er versuchte aber, seinen Inhalt in die Tat umzusetzen. Und darin liegt die Tragödie. Durch die Veröffentlichung dieses Buches hat er sich vor aller Welt anscheinend programmatisch bekannt und damit auch ziel- und leistungsmäßig vor ganz Deutschland verpflichtet. Für ihn selbst war das immer wieder lästig. Ich weiß noch, als wir anläßlich der großen Italienreise des Führers im Frühjahr 1938, kurz nach dem Anschluß Österreichs, im Quirinal in Rom in dem dem Führer eingeräumten herrlichen, klein-intimen, prächtig-funkelnden Speisezimmer um den kleinen Tisch saßen, kam Hitler auf vielerlei zu sprechen: Er sagte z. B.: "Ich bin kein Schriftsteller. Welch schönes Italienisch spricht und schreibt Mussolini! Ich kann nicht dasselbe auf Deutsch. Die Gedanken gehen mir durch beim Schreiben. Mein Kampf ist eine Aneinanderreihung von Leitartikeln für den ‚Völkischen Beobachter‘, und ich glaube, selbst dort würde man sie aus sprachlichen Gründen nur ungern annehmen. Inhaltlich möchte ich nichts ändern. Wenn es schon „Phantasien zwischen Gittern" sind, die ich da dem Hess diktiert habe: es gibt auch eine Logik des Traumes. Nur das Kapitel über die Syphilis müßte ich als unrichtig total umändern. Das jedenfalls weiß ich, wenn ich 1924 geahnt hätte, Reichskanzler zu werden, dann hätte ich das Buh nicht geschrieben. Aber ich weiß nicht, ich sah mich immer nur als Parteiführer und höchstens einmal als beratenden „Intimus" eines Reichsoberhauptes!" Das Jahr 1924 hat Hitler Gelegenheit zum Studium verschiedener großer allgemeingeschichtlicher und geschichtsphilosophischer Werke gegeben." Dr Hans Frank in Dr. Hans Frank - "Im Angesicht des Galgens", Nürnberg, 1946












