Rungholts Ende
1922
Johannes Dose: "Rungholts Ende", Alster-Verlag, Hamburg, 1922. Historischer Roman Anbei ein paar wenige Auszüge aus dem Buch: Seite 4: "Der Herrgott schuf das Weltmeer, der Friese aber setzte ihm seine Grenzen. ..... Dieser Kampf zwischen Menschenkraft und Meeresgewalt hat Jahrtausende gedauert und wird währen, solange der Erdmond wechselt. Die Watten sind der große Kirchhof des untergegangenen Frieslands und ein Massengrab ertränkter Geschlechter." Seite 10: "Rungholt hat in seinen Mauern mehr Steinhäuser als Lübeck, die freie Reichsstadt, und auf Ost- und Westmeer schwimmen mehr seiner Schiffe, als Hammaburg Koggen hat, die Elbkähne mitgerechnet." Seite 13: "Wir sollen fleißig beten: Vor Feuers- und Wassernot behüt uns gnädig, Herre Gott." Seite 139: "Ja, das war mein Verbrechen, daß ich die Tochter des reichen Mannes liebte, daß sie mich lieb gewann und in meinen Armen ruhte. Doch haben wir uns nur geküßt im Garten, und die Sterne durften sehen und hören, was wir sagten und taten." (Dafür wurde man auf Rungholt offensichtlich gehenkt! (Seiten 345 + 346)) Seite 336: "Von den drei Riesenflutwellen der über ihre Ufer gespieenen Westsee war die Stadt mit ihren vierzehn umherliegenden Kirchspielen zerstört und zum deichlosen Watt geworden. Das war Rundholts Ende in der Neujahrhundertnacht. Allein das verrufene und unehrliche Beichthaus der Diebe und Mörder blieb in der Sindflutverwüstung an seinem Orte stehen. .... (Seite 337) .. Nicht der Deichbruch am Dünenspiel wurde des Südstrandes Untergang. Ein Erd- und Meerbeben wühlte und warf das Westmeer dreimal empor, daß seine Wasser sechs Ellen über die höchsten Deiche stiegen und stürzten. Ein Meerbeben, das Jehovas blasender Grimm erregte, löschet Rundholt von seiner Stätte aus." Seite 345: "Ja wir Hammaburger müssen jetzt für zwei schaffen und erwerben ..... seitdem Rungholt ertrunken ist, haben wir den ganzen Westseehandel erhalten." Es gibt weitere Werke von Johannes Dose im Archiv: https://archive.org/search.php