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Annette von Droste-Hülshoff

Annette von Droste-Hülshoff was a prominent German poet and novelist, known for her profound contributions to 19th-century literature. Born into a well-to-do family in the Westphalian region of Germany, she was educated in a time when women's intellectual pursuits were often curtailed. Despite these societal constraints, Droste-Hülshoff emerged as a significant literary figure, utilizing her keen observations of nature and human emotion to craft her works. Her poetry often reflects the landscapes of her homeland, while her prose delves into themes of identity, faith, and the complexities of the human experience. Her most notable works include the narrative poem "Die Juden" and the novella "Die Leute von Bredow," which showcase her mastery of language and form. Droste-Hülshoff's writing is characterized by its lyrical quality and psychological depth, making her one of the first female authors to gain recognition in the male-dominated literary world of her time. Her legacy endures as she paved the way for future generations of women writers, and her works continue to be studied for their innovative approach to narrative and emotional expression.

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“Wenn die Kinder klein sind, treten sie uns in den Schoß, und wenn sie groß sind, ins Herz!””

Die Judenbuche

“Der Knabe im MoorO schaurig ist’s über’s Moor zu gehn, Wenn es wimmelt vom Heiderauche, Sich wie Phantome die Dünste drehn Und die Ranke häkelt am Strauche,Unter jedem Tritte ein Quellchen springt, Wenn aus der Spalte es zischt und singt, O schaurig ist’s über’s Moor zu gehn, Wenn das Röhricht knistert im Hauche!Fest hält die Fibel das zitternde Kind Und rennt als ob man es jage; Hohl über die Fläche sauset der Wind – Was raschelt drüben am Hage? Das ist der gespenstige Gräberknecht, Der dem Meister die besten Torfe verzecht; Hu, hu, es bricht wie ein irres Rind! Hinducket das Knäblein zage Vom Ufer starret Gestumpf hervor, Unheimlich nickt die Föhre, Der Knabe rennt, gespannt das Ohr, Durch Riesenhalme wie Speere; Und wie es rieselt und knittert darin! Das ist die unselige Spinnerin, Das ist die gebannte Spinnlenor’, Die den Haspel dreht im Geröhre! Voran, voran, nur immer im Lauf, Voran als woll’ es ihn holen; Vor seinem Fuße brodelt es auf, Es pfeift ihm unter den Sohlen Wie eine gespenstige Melodei; Das ist der Geigermann ungetreu, Das ist der diebische Fiedler Knauf, Der den Hochzeitheller gestohlen! Da birst das Moor, ein Seufzer geht Hervoraus der klaffenden Höhle; Weh, weh, da ruft die verdammte Margreth; ,,Ho, ho, meine arme Seele!’’ Der Knabe springt wie ein wundes Reh, Wär’ nicht Schutzengel in der Näh’, Seine bleichenden Knöchelchen fände spät Ein Gräber im Moorgeschwele. Da mählich gründet der Boden sich, Und drüben, neben der Weide, Die Lampe flimmert so heimatlich, Der Knabe steht an der Scheide. Tief atmet er auf, zum Moor zurück Noch immer wirft er den scheuen Blick; Ja, im Geröhre war’s fürchterlich, O schaurig wars in der Heide!””

Der Knabe im Moor

“Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast.””

Annette Von Droste Hülshoff, Die Judenbuche

“Wenn die Kinder klein sind, treten sie uns in den Schoß, und wenn sie groß sind, ins Herz!””

Die Judenbuche

“Der Knabe im MoorO schaurig ist’s über’s Moor zu gehn, Wenn es wimmelt vom Heiderauche, Sich wie Phantome die Dünste drehn Und die Ranke häkelt am Strauche,Unter jedem Tritte ein Quellchen springt, Wenn aus der Spalte es zischt und singt, O schaurig ist’s über’s Moor zu gehn, Wenn das Röhricht knistert im Hauche!Fest hält die Fibel das zitternde Kind Und rennt als ob man es jage; Hohl über die Fläche sauset der Wind – Was raschelt drüben am Hage? Das ist der gespenstige Gräberknecht, Der dem Meister die besten Torfe verzecht; Hu, hu, es bricht wie ein irres Rind! Hinducket das Knäblein zage Vom Ufer starret Gestumpf hervor, Unheimlich nickt die Föhre, Der Knabe rennt, gespannt das Ohr, Durch Riesenhalme wie Speere; Und wie es rieselt und knittert darin! Das ist die unselige Spinnerin, Das ist die gebannte Spinnlenor’, Die den Haspel dreht im Geröhre! Voran, voran, nur immer im Lauf, Voran als woll’ es ihn holen; Vor seinem Fuße brodelt es auf, Es pfeift ihm unter den Sohlen Wie eine gespenstige Melodei; Das ist der Geigermann ungetreu, Das ist der diebische Fiedler Knauf, Der den Hochzeitheller gestohlen! Da birst das Moor, ein Seufzer geht Hervoraus der klaffenden Höhle; Weh, weh, da ruft die verdammte Margreth; ,,Ho, ho, meine arme Seele!’’ Der Knabe springt wie ein wundes Reh, Wär’ nicht Schutzengel in der Näh’, Seine bleichenden Knöchelchen fände spät Ein Gräber im Moorgeschwele. Da mählich gründet der Boden sich, Und drüben, neben der Weide, Die Lampe flimmert so heimatlich, Der Knabe steht an der Scheide. Tief atmet er auf, zum Moor zurück Noch immer wirft er den scheuen Blick; Ja, im Geröhre war’s fürchterlich, O schaurig wars in der Heide!””

Der Knabe im Moor

“Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast.””

Annette Von Droste Hülshoff, Die Judenbuche

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