Der Untertan
Heinrich Mann completed this novel in the summer of 1914, just before Europe plunged into war, but its vision of the future was already crystal clear. Diederich Hessling is a small man who dreams of being mighty, a paper manufacturer who wraps himself in militarism and Christian morality while quietly avoiding military service, slandering competitors, and buying political influence. Mann charts Diederich's brutal ascent through Wilhelmine Germany with devastating precision, showing how the citizen becomes the tyrant: how deference to power curdles into the demand for others' deference, how conviction is merely performance, how the man who trembles before his father becomes the beast his subordinates must tremble before. The satire is surgical, but what lingers is not just the political indictment. It's the psychological horror of recognizing how ordinary the machinery of authoritarianism looks from the inside. Diederich never sees himself clearly. Mann ensures we do.
Editions
X-Ray
“Wer treten wollte, muß sich treten lassen.””
— Heinrich Mann
“Um seine Erlebensfähigkeit zu üben, muss man vor allem leben, und die Tat ist so lebensgefährlich.””
— Heinrich Mann
“Er hatte die Weiber kennengelernt, er war mit ihnen fertig. Unvergleichlich idealere Werte enthielt das Bier.Das Bier! Der Alkohol! Da saß man und konnte immer mehr davon haben, das Bier war nicht wie kokette Weiber, sondern treu und gemütlich. Beim Bier brauchte man nicht zu handeln, nichts zu wollen und zu erreichen, wie bei den Weibern. Alles kam von selbst. Man schluckte: und da hatte man es schon zu etwas gebracht, fühlte sich auf die Höhen des Lebens befördert und war ein freier Mann, innerlich frei. Das Lokal hätte von Polizisten umstellt sein dürfen: das Bier, das man schluckte, verwandelte sich in innere Freiheit. Und man hatte sein Examen so gut wie bestanden. Man war „fertig“, war Doktor! Man füllte im bürgerlichen Leben eine Stellung aus, war reich und von Wichtigkeit: Chef einer mächtigen Fabrik von Ansichtskarten oder Toilettenpapier. Was man mit seiner Lebensarbeit schuf, war in tausend Händen. Man breitete sich vom Biertisch her, in die Welt aus, ahnte große Zusammenhänge, ward eins mit dem Weltgeist. Ja, das Bier erhob einen so sehr über das Selbst, daß man Gott fand!””
— Heinrich Mann
“Aber seid ihr eurem Bismarck etwa gefolgt, solange er im Recht war? Ihr hat euch zerren lassen, ihr habt mit ihm im Konflikt gelebt. Erst jetzt, da ihr über ihn hinaus sein solltet, hängt ihr euch an seinen kraftlosen Schatten! Denn euer nationaler Stoffwechsel ist entmutigend langsam. Bis ihr begriffen habt, dass ein großer Mann da ist, hat er schon aufgehört, groß zu sein.””
— Heinrich Mann
















