Die schwarze Kunst
Die schwarze Kunst
Sandra Ostermann, Christine Rabensteiner, Karin Leitner-Ruhe
About this book
Die Schabkunst, auch Mezzotinto genannt, ist eine der faszinierendsten und aufwendigsten druckgraphischen Techniken der Geschichte. Im 17. Jahrhundert von dem Deutschen Ludwig von Siegen erfunden, ist sie anders als die Radierung und der Kupferstich die erste Flächentechnik im Tiefdruckverfahren. Sie wurde hauptsächlich für Gemälde-Reproduktionen verwendet und zeichnet sich durch einen samtigen und tiefschwarzen Grund aus, in den der Künstler die hellen Lichter schabt. Im Kupferstichkabinett der Alten Galerie befinden sich ca. 350 Mezzotinten, von denen 45 in der Ausstellung gezeigt werden. Leihgaben aus dem Steiermärkischen Landesarchiv, der Neuen Galerie Graz und vom luxemburgischen Künstler Marc Frising ergänzen die Präsentation. Mit Blättern von Wallerant Vaillant, Abraham Blooteling und Jan Verkolje ist es möglich, Beispiele aus der Frühzeit der Schabkunst darzubieten. Das Mezzotinto erfuhr seine Blüte im 18. Jahrhundert in England, kam es doch in seinem tonigen Charakter dem englischen Geschmack sehr entgegen. Maler gaben häufig Reproduktionen ihrer Gemälde bei Schabkünstlern in Auftrag, um ihre Werke zu bewerben. Der englische Kunstkreis ist mit hervorragenden Porträts, aber auch Kopien von Stillleben oder erstklassigen Genreszenen vertreten (darunter James McArdell, Valentine Green, Richard Earlom u. a.). Nach dem Dreißigjährigen Krieg übten in Deutschland nur wenige Künstler diese Drucktechnik aus, wie etwa in Augsburg die Familie Rugendas oder Johann Gottfried Haid. Zur Zeit Maria Theresias wurde die Technik auch an der Wiener Kunstakademie bzw. einer Privatschule unterrichtet. 00Exhibition: Alte Galerie, Graz, Austria (25.04-20.07.2014).
Details
- OL Work ID
- OL32635075W
Subjects
Mezzotint engravingExhibitions